Inspektionsroboter vs. Push-Kamera: wann was einsetzen?
Zwei verschiedene Technologien für dasselbe Ziel: den Innenzustand eines Rohrnetzes diagnostizieren. Zu wissen, welche jeweils richtig ist, macht den Unterschied zwischen einer effizienten Inspektion und einem verlorenen Arbeitstag.
Was ist eine Push-Kamera?
Eine Push-Kamera (auch Schubkamera oder Kabelrollenkamera) ist das am weitesten verbreitete System für die Inspektion kleiner und mittlerer Rohrdurchmesser. Sie besteht aus einem Kamerakopf mit LED-Beleuchtung, montiert auf einem halbflexiblen Kabel, das der Bediener von einem Schacht oder einem Zugangspunkt aus manuell vorschiebt.
Das Bild wird in Echtzeit an eine Steuereinheit — in der Regel ein tragbarer Koffer — übertragen und kann für den späteren Bericht aufgezeichnet werden. Moderne Systeme wie das ADC-500 von Otter Store verfügen über Touchscreen, HD-Aufzeichnung und erweiterte Messfunktionen.
Was ist ein selbstfahrender Inspektionsroboter?
Ein Inspektionsroboter ist eine motorisierte Radplattform, die sich selbstständig im Rohrinneren fortbewegt. Der Bediener steuert ihn von der Oberfläche über ein Umbilical-Kabel, das Bild, Daten und das Steuersignal überträgt. Kein manuelles Schieben: der Roboter fährt vor, zurück und orientiert sich präzise, selbst in Bereichen mit Wasser, Ablagerungen oder Gefälle.
Der Otter-Store-Inspektionsroboter ist IP68-zertifiziert, verfügt über eine hochauflösende LED-Kamera und ein Radfahrwerk für widrige Bedingungen.
Vergleichstabelle: Roboter vs. Push-Kamera
| Merkmal | Push-Kamera | Selbstfahrender Roboter |
|---|---|---|
| Arbeitsdurchmesser | DN40 – DN200 | DN100 – DN600+ |
| Maximale Länge | 30 – 120 m | 200 – 500 m+ |
| Wasservorkommen | Begrenzt (bis ~50 %) | Hohe Toleranz (IP68) |
| Starkes Gefälle | Schwierig über 15 % | Kein Problem |
| Teilblockierungen | Kabel blockiert | Navigiert leichter |
| Gerätegewicht | 5 – 15 kg | 20 – 45 kg |
| Bedienfreundlichkeit | Hoch | Mittel (Schulung nötig) |
| Gerätekosten | Geringer | Höher |
| Geeignet für CCTV-Berichte | Ja (kurze Abschnitte) | Ja (vollständige Netze) |
Wann eine Push-Kamera wählen?
- ✓ Kleinkalibrige Rohre: DN40 bis DN160 (Privatinstallationen, Fallrohre, häusliche Sammler)
- ✓ Längen bis 60–80 m vom Zugangspunkt
- ✓ Schnelle Diagnoseinspektionen ohne Wasser im Netz
- ✓ Begrenztes Budget oder gelegentlicher Einsatz
- ✓ Zugang über kleine Schächte, in die der Roboter nicht passt
Wann einen Inspektionsroboter wählen?
- ✓ Abwassersammler DN150 und größer
- ✓ Lange Abschnitte (über 80–100 m), wo das Push-Kabel Steifigkeit verliert
- ✓ Netz mit fließendem Wasser oder Ablagerungen auf der Sohle
- ✓ Gefälle über 15 %, wo das Push-Kabel zurückgleitet
- ✓ Amtliche Inspektionen für CCTV-Berichte nach EN 13508
- ✓ Regelmäßige Wartungsverträge für kommunale Netze
Die effizienteste Kombination
Die meisten Kanalreinigungsunternehmen und Kommunen mit gemischten Netzen entscheiden sich für beide Systeme: die Push-Kamera für schnelle Diagnoseeinsätze in Privatinstallationen und kurzen Abschnitten, den Roboter für die Inspektion des öffentlichen Netzes.
Otter Store fertigt und unterstützt beide Systeme technisch. Bei Fragen zur optimalen Konfiguration für Ihr Netz und Ihr Budget wenden Sie sich an unser technisches Team — unverbindlich.
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