Rohrleitungsortung: Sonde 512 Hz vs. Mehrfrequenz-Ortungsgerät
Den Verlauf einer unterirdischen Rohrleitung präzise zu finden und die genaue Lage einer Schadstelle zu markieren sind zwei verschiedene Vorgänge. Zu wissen, welches Werkzeug wann einzusetzen ist, spart Bauzeit und minimiert Fehler.
Die in den Kamerakopf integrierte 512-Hz-Sonde
Alle Push-Kameraköpfe von Otter Store verfügen über einen integrierten 512-Hz-Sendersonde. Diese Sonde gibt ein niederfrequentes elektromagnetisches Signal ab, das von einem geeigneten Empfänger von der Oberfläche aus erfasst werden kann — selbst durch Belag, Erde oder Betonplatten.
Die Anwendung ist sehr direkt: Während der Bediener die Kamera im Rohr vorschiebt, bewegt sich ein zweiter Bediener an der Oberfläche mit dem Empfänger und verfolgt das Signal. Am Punkt maximaler Signalstärke markiert er die genaue Kameraposition am Boden — und damit den im Rahmen der Inspektion gefundenen Schadenspunkt.
Wann die 512-Hz-Sonde ausreicht
- ✓ Rohrleitungen bis 3–4 Meter Tiefe unter normalem Belag
- ✓ Markierung punktueller Schadstellen während CCTV-Inspektion
- ✓ Privatinstallationen, häusliche Sammler und kleinkalibrige Netze
- ✓ Umgebungen mit geringer elektromagnetischer Interferenz (Wohngebiete, Parks)
Das unabhängige Mehrfrequenz-Ortungsgerät
Ein Mehrfrequenz-Ortungsgerät ist ein leistungsfähigeres Gerät, das gleichzeitig mit mehreren Frequenzen arbeitet — sowohl aktiv (512 Hz, 1 kHz, 33 kHz, 83 kHz) als auch passiv (50/60 Hz, Radio). Damit kann es verschiedene Arten von Untergrundversorgungen erkennen und unterscheiden: Abwasserleitungen mit Sonde, Elektrokabel, Metallrohre, Glasfaser und Gasleitungen.
Das Mehrfrequenz-Ortungsgerät von Otter Store verfügt über ein beleuchtetes LCD-Display, Lithium-Ionen-Akku, bis zu 8 Meter Arbeitstiefe und erweiterte Arbeitsmodi (Spitze, Tal, Pfeil) zur Unterscheidung sich kreuzender Leitungsverläufe.
Wann Sie das Mehrfrequenz-Ortungsgerät benötigen
- ✓ Netzbestandsaufnahme vor einer Baumaßnahme oder Ausgrabung
- ✓ Rohrleitungen tiefer als 4 Meter
- ✓ Städtische Umgebungen mit elektrischen Störungen oder mehreren überlagerten Versorgungen
- ✓ Erkennung von Metallrohren ohne Kamerazugang (mit aktivem Sender)
- ✓ Unterscheidung paralleler Leitungsverläufe mit weniger als 1 Meter Abstand
Vergleichstabelle
| Kriterium | Sonde 512 Hz (integriert) | Mehrfrequenz-Ortungsgerät |
|---|---|---|
| Maximale Tiefe | 3 – 4 m | Bis 8 m |
| Genauigkeit in störungsarmer Umgebung | ± 10 – 20 cm | ± 5 – 10 cm |
| Elektrische Störungen | Hohe Empfindlichkeit | Hohe Resistenz (Mehrfrequenz) |
| Kamerazugang erforderlich | Ja | Nein (Passiv-/Aktivmodus) |
| Unterscheidet verschiedene Versorgungen | Nein | Ja |
| Kosten / Einfachheit | Keine Mehrkosten (integriert) | Zusatzgerät nötig |
| Typischer Einsatz | Schadstelle während Inspektion markieren | Bestandsaufnahme und Tiefbau |
Die effizienteste Kombination
In der Praxis setzen Inspektions- und Netzwartungsteams, die sowohl in Privatinstallationen als auch im öffentlichen Netz arbeiten, beide Systeme ergänzend ein:
Bei der CCTV-Inspektion ortet die im Kamerakopf integrierte Sonde die Schadstelle mit ausreichender Präzision, um den Eingriffspunkt auf dem Gehweg zu markieren. Bei Vorarbeiten vor einer Ausgrabung oder wenn Unklarheiten über Tiefe und genauen Verlauf des Netzes bestehen, ermöglicht das unabhängige Mehrfrequenz-Ortungsgerät eine zuverlässigere Kartierung des gesamten Verlaufs.
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